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Badische Zeitung -Keine Blaue Limonade – Ein ungewöhnliches Capribuch
Kein blaues Meer, kein Blau der Blauen Grotte. Beim Fotografen Umberto D’Aniello ist Capri konsequent unbunt. Schwarz-Weiß das Fischgrätenmuster der Ladeklappe der Fähre am Kai, schwarz-weiß das Panorama mit Ischia am Horizont, die Piazza in Capri-Stadt, die Gassen in Anacapri. Die Felsen, »die Meeresskulpturen«: wie gerissenes schwarzes Papier auf weißem Grund. Wie der Bildautor, so kommt auch Claretta Cerio, die die Texte liefert, von der vielgeliebten Insel selbst. Sie zitiert die paar Nörgler (»verfluchte blaue Limonade«, sagt Brecht), erzählt von der »Capromania« und den Wahl-Capresen: von Malaparte und seiner »Casa come me«, vom schwedischen Doktor Munthe, vom unglücklichen Kaiser Tiberius, der elf letzte Jahre in seinen Villen auf Capri verlebte. Von Kosaren, die einfielen; von Landschaftsmalern, die blieben. Und von der täglischen Invasion der Touristen. Der Italienwanderer Ferdinand Gregorovius, der den unaufdringlich schönen Band von Yvonne Meyer-Lohr als Zitatgeber bereichert, schließt sein Besuchsbild 1853 mit einem Blick vom Monte Solaro ab, auf den Golf von Neapel und »die große Ordnung der Natur«. |
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