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mare- Ehrenrettung für eine Insel / von Marko Martin
Ein Bildband über Capri also. Womöglich auch noch in Farbe und mit Rudi Schurickes Fünfziger-Jahre-Schunkler »Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt« als Hintergrund? Derlei spöttische Skepsis kann man sich allerdings angesichts dieses nicht nur vom Umfang her großformatigen Buches sparen. Auch Hervé Vilard, Schurikes französischer Kollege aus den Siebzigern – man erinnere sich: »Capri, c’est fini / Je ne crois pas / Que j’y retournerai un jour« –, taugt nicht zur Untermalung beim Blättern. Umberto D’Aniello fotografiert in Schwarz-Weiß, was seinen Aufnahmen der Insel eine strenge Schönheit verleiht. Tatsächlich: kein Kitsch, nirgends. Gerade deshalb aber gewinnen Capri und Anacapri wirklich Kontur – vielleicht zum allerersten Mal in solch opulentem Rahmen. Natürlich muss niemand auf Bilder von Villen und Terrassen, kunstvollen Ufergärten und verwunschenen Grabmalen verzichten. Doch ebenso wie die beinahe bereits zu Tode gesungenen Capri-Fischer hier die markanten Alltagsgesichter ganz normaler Arbeiter |
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