Capri        
 
         
Süddeutsche Zeitung -Seite 4

Tod 1960, die ausländische Kolonie auf Capri mit den Einheimischen – und es war viel Prominenz darunter, von Jacques d‘Adelswärd über Axel Munthe bis Graham Greene. Claretta Cerio wächst in diese Welt hinein, als wäre sie eine Normalität, und hat vielleicht deshalb ein ebenso entspanntes wie distanziertes Verhältnis zu deren Künstlichkeit. Sie lebt schon lange nicht mehr auf Capri, weiß aber noch, wie die Insel wurde, was sie ist: der Ort, an dem alle Träume von der Befreiung des bürgerlichen Ichs durch den Süden schon einmal vorausgeträumt wurden, mit allen grandiosen Fehlern und schönen Irrtümern, die in diesen Träumen stecken.

YVONNE MEYER-LOHR (HRSG.): Capri. Mit Texten von Claretta Cerio und Fotografien von Umberto D‘Aniello. Prestel Verlag, München 2007. 320 Seiten,
98 Euro.


 
 
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